FLIEGENFISCHER FITNESS - Tenkara AUSTRIA

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FliegenFischerFitness

Das Fliegenfischen eine höchst körperlich anstrengende und fordernde Outdoor-Aktivität ist, kaum kommt jemand in den Sinn, sich darauf vorzubereiten und etwas für seine Fitness zu tun, meist schon gar nicht. Wird jedoch eine Bergwanderung, ein größerer Radausflug, Schitag,… unternommen, ist für viele ganz klar: dass braucht Kondition.

Aber ein Tag am Bach oder Fluss, mit all seinen Tücken, Herausforderungen, bedarf ebenso einer guten Kondition um ihn wirklich geniessen zu können und sich nicht einem erhöhten Unfallrisko auszusetzen.
 

Die Anforderungen, die so ein Fischtag an unseren Körper und auch Geist stellt sind enorm vielfältig und beginnen bereits im Bereich der KRAFT, reichen über die AUSDAUER, gehen nahtlos über in die KOORDINATION und fordern auch die GEISTIGE Fitness.

Alles Begriffe aus dem Bereich Sport (vielleicht kommt daher der Begriff SPORT-Fischen), die sich aber alle als Belastungsform durch unseren Fischtag ziehen und durchaus unserer Beachtung wert sind.
Ich versuche nachfolgend aufzuschlüsseln bei welchen Aktivitäten unseres Tuns welche „sportlichen“ Bereiche angesprochen werden

Dafür brauchst du KRAFT in deinen Muskeln:

 
Deine Rücken- und Bauchmuskeln sind dafür zuständig, dass du in Balance bleibst und am Abend nicht Rückenschmerzen hast, denn sie fangen die meisten Belastungsreize auf die Wirbelsäule ab. Beide Muskelgruppen arbeiten auch während eines Drills. Deine Schulter-, Arm- und Fingermuskeln unterstützen dich beim Klettern, Werfen und Drillen und machen es möglich, dass du auch in brenzligen Situationen beim Waten, den Griff um deinen Watstock nicht lockerst und nicht den Halt an einem Stein an dem du dich gerade abstützt verlierst.


Die Beinmuskulatur hält dich (neben den Rücken- und Bauchmuskeln) den ganzen Tag aufrecht und höchst beansprucht beim Waten (vor allem gegen die Strömung) und reagiert blitzschnell auf Stolper- und Ausrutschsituationen, wenn sie entsprechend trainiert ist.

Dafür brauchst du AUSDAUER:
Meist beginnt ein Fischtag zeitig in der früh und endet erst später am Abend. Oft auch ohne kleinerer Pausen (man will ja nichts versäumen). Aber so ein Tag am Wasser stellt enorme Ansprüche an unser Herz-Kreislaufsystem (sprich Ausdauerfähigkeit) und man wird schneller „müde“ als man denkt und zugibt. Und diese „Müdigkeit“ macht sich dann schnell bemerkbar und man bekommt das Gefühl, dass alles viel schwerer und langsamer funktioniert und auch die Lust zu fischen lässt nach. Alles Zeichen, dass deine Herz-Kreislauf-System überfordert ist !
Die Belastung für das Herz-Kreislaufsystem steigt „extremen“ Wettersituationen (hohen Sommertemperaturen, kein Schatten, immer der Sonne ausgesetzt, Wind bei niedrigen Temperaturen,….)

Dafür brauchst du KOORDINATION:

 
Koordination ist eigentlich der Sammelbegriff für Fähigkeiten, wie Reaktion, Gleichgewicht halten können, sich auf plötzlich verändernde Situationen einstellen zu können, Bewegungsgefühl / Bewegungsablauf… und vieles mehr. Reaktion, Gleichgewicht und Bewegungsgefühl sind die am meisten beanspruchten Fähigkeiten, die wir in gutem Ausmaß besitzen sollten.
Reaktion benötigst du um deinen Anhieb richtig zu setzen oder wenn du stolperst oder ausrutscht um nicht ein Vollbad zu nehmen. Oder auch um auf die Fluchten deines Traumfisches richtig zu reagieren.
Gleichgewicht halten zu können ist von Vorteil, wenn du über Steine balancierst oder auf einem schiefen, unebenen Untergrund waten musst.
Ein gutes Bewegungsgefühl oder um Bewegungsabläufe umsetzen zu können brauchst du um deine Würfe sauber auszuführen und deine Fliege dorthin zu platzieren, wo du sie auch wirklich hinhaben willst.
Wichtig ist zu wissen: je länger der Tag dauert, desto größer wird die körperliche Müdigkeit und zugleich sinken diese Fähigkeiten

Dafür brauchst du GEISTIGE Fitness:
Viele Eindrücke stürmen im Laufe eines Tages am Wasser auf dein Gehirn ein, die es gilt zu verarbeiten, zu bewerten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und es ist durchaus schwierig an so einem Tag nicht geistig müde zu werden und den ganzen Tag rege und aufmerksam zu bleiben. Die geistige Fitness ist auch unabdingbar um Situation (werfen bei Wind,klettern, waten, ….) vorab richtig abzuschätzen und aufzuarbeiten.
Geistige Fitness geht aber Hand in Hand mit der körperlichen Fitness (Kondition). Denn sinkt die Kondition, dann sinkt parallel dazu auch die Fähigkeit geistig rege zu bleiben.

ENTSPANNUNG am Wasser ist auch notwendig !

Die Seele ein paar Minuten baumeln lassen, die Eindrücken der Landschaft, die Stimmen der Natur aufnehmen, durchatmen und sich auch so Erinnerungen schaffen, die weit über den
Fang eines Fisches hinausgehen.

WASSER, das LEBENSELEXIER

Wir wissen nun, dass Fliegenfischen enorm hohe „sportliche“ Anforderung an uns stellt und was machen viele von uns nicht, obwohl Sportler dafür eigentlich das beste Beispiel sind.
Wir vergessen meist auf das regelmäßige TRINKEN, denn wer zu wenig trinkt, der beutet seinen Körper in diesen Bereichen aus, macht schneller "schlapp" und setzt sich auch zusätzlich einem erhöhtem Unfallrisko aus.

 
WANN SOLL ICH TRINKEN ?
Der häufige Grund von Unsicherheiten beim Waten, für verpatzte Anhiebe,.....je länger der Tag dauert ist schlichtweg Flüssigkeitsmangel !
Ausreichende Flüssigkeitsversorgung VOR, REGELMÄSSIG WÄHREND, aber auch NACH einem Fischtag ist notwendig um das eigene Leistungspotenzial optimal auszuschöpfen.
Der größte Fehler dabei ist, erst zu trinken, wenn man Durst hat. Der Durst setzt nämlich bei körperlicher Belastung verzögert ein, somit sollte man trinken bevor sich der Durst überhaupt bemerkbar macht und in regelmäßigen Abständen dem Körper weiter Flüssigkeit zuführen. Auch sollte die Trink-Temperatur nicht zu niedrig sein, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten.

 
WIEVIEL SOLL ICH TRINKEN ?
Im RUHEZUSTAND (!) benötigen Frauen ungefähr zwei Liter reines Wasser am Tag, bei Männern sind es ca. zweieinhalb Liter. Das heißt, Wasserverlust, wie etwa bei großer Hitze, Schwitzen durch Bewegungs-Belastung oder beim Verzehr von stark salzhaltigen Speisen sind hier noch gar nicht berücksichtigt. Der tägliche Wasserbedarf eines Menschen beträgt ca. 40 Gramm / kg Körpergewicht. 50 kg Körpergewicht ergibt 2 Liter Flüssigkeit am Tag. 60 kg Körpergewicht schon 2,4 Liter und bei 90 kg Körpergewicht sollte die Tagesmenge 3,6 Liter betragen.

 
WAS SOLL ICH TRINKEN ?
Das optimale Getränk muss dem Körper schnell verfügbar gemacht werden. Also rasch vom Magen in den Dünndarm gelangen und von diesem auch schnell absorbiert werden können.
Wasser OHNE Kohlensäure oder stilles MIneralwasser ist als Flüssigkeitsausgleich optimal, denn es kann sofort aufgenommen werden und belastet den Körper nicht zusätzlich.
Dosierte Anreicherung mit Geschmacksträgern, wie z.B. Minzblätter, ein Schuss Zitrone,...  oder auch Kräuter- oder Grüner Tee ohne Zuckerzusatz sind empfehlenswert.
Alles andere ist zu vermeiden !
Alkoholhaltige Getränke sind grundsätzlich TABU !
Sie ermüden und erhöhen die Unfallgefahr. Nach einem "erfolgreichen" Fischtag ist aber gegen eingemütliches Belohnungs-Bier zuhause natürlich nichts einzuwenden ;-)
Daher sollte Wasser (!) in ausreichender Menge, als Grundbestandteil in jeder Ausrüstung berücksichtigt werden.


Vielleicht hilft dieser Beitrag euch ein wenig für die
FFF (FliegenFischerFitness) zu sensibilisieren und künftig etwas mehr auf euch zu schauen um noch viele unfallfreie Tage am Wasser geniesen zu können.
 


VITA         
DAFÜR STEHE ICH        
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