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NYMPHENFISCHEN - LIGHT WEIGHT - Tenkara AUSTRIA

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NYMPHENFISCHEN MIT LEICHTIGKEIT

 
Einblick in meine Leichtnymphen-Kollektion

Leicht und klein als Trumpf !
Nicht immer müssen es schwere Nymphen mit großen Tungsten-Perlen dicht am Grund sein, um schöne Fische zu fangen. In diesem Beitrag verrate ich, wann und wie ich auch mit leichteren Nymphen erfolgreich bin und warum es sich lohnt, auch leicht beschwerte Muster in der Fliegenbox zu haben.

Nymphenfischen mit extra-langen Spezialruten und Vorfächern liegt seit einigen Jahren voll im Trend. Diese angewandte Technik (Euro-Nymphing, Czech-Nymphing,…….) bietet die Möglichkeit, feinste Bisse in tiefen Gumpen oder in komplexen Strömungen zu erkennen. Diese Set-Ups ermöglichen ein unmittelbares Erspüren der oft sehr vorsichtigen Bisse durch direkten Kontakt, die sonst nicht oder nur sehr schwer zu erkennen wären.
 
Durch schwere Tungsten-Perlen wird auch das Werfen erleichtert, denn je schwerer die Fliegen, desto einfacher/weiter gelingt der Wurf und desto direkter ist der Kontakt zur Fliege im Wasser, weil natürlich mehr Zugwiderstand besteht. Einen direkten Kontakt zur Fliege zu behalten ist das eigentliche Ziel der Präsentation und schwere Fliegen sind verständlicherweise einfacher in starker Strömung oder tiefen Pools zu kontrollieren.

Bisserkennung und Fliegenführung
Oft ist notwendig die Nymphe dicht am Grund zu präsentieren, dadurch steigt aber die aber die Herausforderung, trotz Wassertiefe die Bisse zu erkennen. Hier kommen dann Nymphen mit Tungsten-Perlen mit Größen von 3,5mm / 4,0mm oder auch höher zum Einsatz.
Denn es gilt: Je leichter die Fliege, desto schwerer gelingt die Kontrolle über Wurf und Drift.

Im Konflikt zueinander stehen hier zwei Dinge:
Eine schnellere Bisserkennung durch direkten Kontakt zur Fliege und eine natürliche Drift der Nymphe.
Schwere Fliegen erleichtern zwar die Bisserkennung und gelangen schnell zum Gewässerboden, sinken und driften jedoch eher unnatürlich ab und holpern über den Grund. Eine wirklich natürliche Drift geht durch den Versuch einer direkten Bisserkennung also verloren. Bei besonders starkem Befischungsdruck oder wenn andere Bedingungen eine sehr genaue Präsentation voraussetzen ist das durchaus von Nachteil. Darum ist es oft Trumpf eine sehr feine und leichte (Light Weight) Herangehensweise einzusetzen.

Nymphenfschen mit leichter 3er-Rute, 3er-Fliegenschnur, langem Vorfach und
leichten Nymphen ermöglichen ein unmittelbares Erkennen und Spüren der oft sehr vorsichtigen Bisse

Wo und wann setze man vorteilhaft die „Light Weight“ - Strategie ein ?
  • An stark befischten Flüssen, wo viel mit schweren Nymphen gefischt wird, werden die Fische sehr schnell auf unnatürlich driftende Fliegen konditioniert und verweigern diese.

  • Speziell in glasklaren Gewässern ist es sofort ersichtlich, dass die Fliegen nicht zu stark beschwert sein dürfen, denn erfahrene Fische stellen sich dann oft in sehr charakteristischen Standorten ein, wo sie die Gefahr schnell erkennen können.

  • Fische, die in den strömungsärmeren und flacheren Randbereichen stehen sind das Ziel von leichten Nymphen.

  • In Gewässer, die durch starken Algenblühte betroffen sind oder durch dichte Wasserpflanzen wie den Hahnenfuß   
    gekennzeichnet sind. Hier würden zu schwere Nymphen bei jeder Drift 'Gras ernten'.

  • Wenn durch Niedrigwasser (im Sommer / Herbst) die Strömungsgeschwindigkeit abnimmt werden die Fische noch heikler, fressen vorsichtiger oder teilweise nur noch abends/nachts. Eine zu schwere Nymphe sinkt unter diesen Rahmenbedingungen schlichtweg zu schnell und unnatürlich ab.

  • Wenn sich die Fische auf sehr kleine Nahrung konditioniert haben und bestimmte Insekten die natürliche Speisekarte dominieren (kleine Bachflohkrebse, kleine Eintagsfliegenlarven, frei driftende Köcherfliegenauskriecher) und in das schnellere Wasser einige Zentimeter über dem Grund gespült werden. Diese Nahrung driftet freier durchs Wasser und wird von Mikroströmungen mitgerissen.

  • Wenn Fische es vorziehen im Mittelwasser zu fressen (z.B. aufsteigende Insektenlarven auf dem Weg zur Oberfläche). Diese Fische werden oftmals auf Sicht angeworfen – wenig Abstand zum Fisch - und gerade hier ermöglichen leichtere Muster eine exaktere Präsentation.

    Fische, die in flachen Gewässerzonen stehen, sind das Ziel von leichten Nymphen.

In solchen Fällen kann es wirklich Wunder bewirken, auf leichtere (und oft auch kleinere) Nymphen zurückzugreifen ! Kleinere Tungsten- und Messingperlen (unter 3,0mm) bieten sich an, die Fliege langsamer absinken zu lassen und sie natürlicher anbieten zu können.

Mit kleinen Perlen oder Bindefaden einen „Hot Spot“ (Farbreiz) setzen !
Für mehr Auffälligkeit, binde ich bei diesen sehr leichten Nymphen gerne einen farbigen „Hot Spot“ ein. Dieser kann sich definieren über:
- die Kopfperle (Messing- oder Tungsten)
- das Schwänzchen (z.B. aus Antron)
- den Bindefaden
- Plastikperle.
Wo genau dieser „Hot Spot“ zum Einsatz kommt, hängt auch etwas von der Hakengröße ab, denn bei den kleineren Hakengrößen (#16 / #18) ist auf dem Hakenschenkel zu wenig Platz, um noch einen zusätzlichen „Hot Spot“ einzubinden.

Klein und fein mit rotem Hot Spot – denn besonders Äschen lieben diese Nymphen

Diese Farben eignen besonders für einen Anreiz:
Farben wie Fluo-Orange, Flou-Pink, kräftiges Rot, Neon-Gelb oder Neon-Grün lösen einen Schlüssel-reiz aus. All diese Farben sind eine hervorragende Alternativen, insbesondere an Gewässern, wo die Fische auf diese klassischen Glanz- und Glittereffekte ablehnend reagieren.
 
Tipp: Besonders Äschen lieben diese farbigen Hotspots und deshalb sollten in den Boxen Nymphen mit diesen farblichen Reizeffekten in ausreichender Stückzahl vertreten sein.

Eine kleine Auswahl jener Nymphen, dieich gerne bei dieser Strategie einsetze

 
Wie fische ich die Light Weight – Nymphen ?
  • Die Verwendung leicht beschwerter oder gar unbeschwerter Fliegen ist weithin unterschätzt, denn zu schwere Fliegen fischen unter Umständen nicht nur am Fisch vorbei, sie können diesen sogar vergrämen.

  • Ohne Zweifel, das Werfen leichter Nymphen an einem langen Vorfach ist eine komplexe Herausforderung, denn eigentlichsoll die Nymphe (Gewicht) die Flugschnur und das Vorfach ziehen. Sind zwei Fliegen erlaubt, kann eine Ankerfliege genutzt werden, um die leichtere, kleine Fliege (am Ausleger) zu befördern. Besonders, wenn sehr kleine Fliegen im tieferen oder schnelleren Wasser angeboten werden sollen, kann diese Technik sehr erfolgreich sein.

  • Fressen die Fische im Mittelwasser Aufsteiger, kann eine leichte Fliege am Ausleger so den entscheidenden Unterschied machen. Wichtig ist hierbei allerdings, dass der Abstand zwischen der schwereren, ersten Nymphe und der leichteren, zweiten Nymphe groß genug ist - 50-70 cm sind in den meisten Fällen optimal.

  • Im flacheren, gleichmäßigeren Wasser sind solche Ausleger nicht nötig, denn so kann die Nymphe deutlich freier durch alle Wasserschichten driften und frei verwirbelt werden. Vorallem wenn man sich bis auf ein paar Meter an den Spot nähern kann, ist es möglich eine kleine  leichte Fliege sehr effizient anzubieten.

  • Kleine Nymphen können auch in Kombination mit einem leichten Bissanzeiger verwendet werden. Optimal sind dafür Antron-Fasern, die auf die entsprechende Anwendung (Größe, Farbe, Tiefe) zugeschnitten werden. Diese Form von Bissanzeiger platscht nicht laut auf, ist auch auf weitere Distanzen gut erkennbar und lässt sich sehr einfach werfen und präsentieren.

  • Die größte Herausforderung des Nymphenfischens besteht darin, mit einem extra langen und gefetteten Vorfach zu fischen. Dabei bleibt nur der vordere Teil des Vorfaches ungefettet und sinkt zusammen mit der leichten Nymphe neutral ein. Der gefettete Teil des Vorfachs (Schwimmpräparate auf Silikonbasis hinterlassen an der Oberfläche keinen Fettfilm) liegt im Film der Wasseroberfläche und kann sehr gut an der Furche erkannt werden. Nimmt nun ein Fisch die Fliege, zuckt das Vorfach nach vorn oder wird unter Wasser gezogen, noch bevor  man es an der Flugschnur sehen kann. In gleich- mäßigen, langsam fließenden Gewässerzügen, wo man sich nicht nicht an den scheuen Fisch annähern können, bleibt diese Technik unerreicht.

    Regenbogenforelle konnte einer leichten, hochschwimmenden Nymphe nicht widerstehen

Tenkara Ruten sind für diese „Light Weight“ – Nymphen ebenfalls hervorragend geeignet. Durch  die Leichtigkeit der Ruten
und der enorm sensiblen Rutenspitze ist auch die Drift der leichtgewichtigen Fliegen gut steuerbar – und einsehbar und die Bisse hervorragend zu spüren. Ich verwende hier Ruten in einer Länge von 4m, einer Aktion von 7:3 und einer Wurfschnur von 4-5m und ein Vorfach von 2 – 4/5 Meter.

 
Aus meiner Erfahrung  lohnt es wirklich, diese „LIGHT WEIGHT“ - Strategien auszuprobieren, den einen oder anderen Tipp umzusetzen und so neue Erfahrungen zu sammeln.
 

Unter diesem Aspekt wünsche ich  viel Spaß - natürlich KLEIN UND FEIN !

 

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Founder Bernhard Niedermair
Tenkara (seit 2014)- und Fliegenfischer (seit 1979)
Fliegenbinder (seit 1979)
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by Bernhard Niedermair
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