Barben an der TENKARA RUTE - BLOG - TENKARA AUSTRIA

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Barben an der TENKARA RUTE

TENKARA AUSTRIA
Herausgegeben von in Fangberichte ·
Easy peasy oder doch ein Grenzgang ?

Letztes Wochenende hatte ich eine Tageskarte an der Ager bei Lambach gelöst. Traumhaftes Frühlingswetter, perfekter
Wasserstand und viele Fische, die man im klaren Wasser ausmachen konnte.
Herz was willst du mehr ?



Da in diesem Gewässer auch schöne Brocken zu erwarten sind griff ich zu meiner bevorzugten BIG FISH Rute, der
HELLBENDER von DragonTail Tenkara, die mich bei einem Drill von Großfischen (die größte REBO hatte 67cm) noch
nie im Stich gelassen hat. An die Rute habe ich eine 5m Line (geflochten, sich verjüngend) von FineArts Flyfishing
angeschlauft, dazu ein 0,18er STROFT GTM Vorfach von ca. 1,80m
und eine schw
ere Nymphe.

Nach einigen schönen Regenbogenforellen und auch 2 Bachforellen - alle Fische über 35 / 40cm - blieb die Spitze der
Line - die ich so 40-50cm am Wasser aufliegen hatte - beim Abdriften stehen und wurde sofort in einem Bogen unter
Wasser gezogen.


Hänger dachte ich und brachte vorsichtig Spannung auf die Schnur. Im ersten Moment hatte ich den Eindruck, dass die
Schnur ein winzig kleines Stück stromaufwärts gefahren sei, aber scheinbar täuschte ich mich, denn nichts bewegte sich.
Also doch ein Hänger !
Gerade in dem Augenblick, als ich die Rute zusammenschieben wollte, um dann mit der Hand an der Line den Hänger
zu lösen, begann sie sich die Line- und jetzt gut sichtbar - langsam stromaufwärts zu bewegen. Also doch kein Hänger !
Etwas mehr Zug auf auf die Line gebracht und das Tempo des Fisches beschleunigte sich.

Erste Hitzewelle !
Der Fisch nahm ruhig und behäbig weiter Fahrt auf und die Rute begann ihre Kraft auszuspielen und zwang den Fisch
in einem großen Bogen zu schwimmen. Rute in die Richtung gelegt in der der Fisch schwamm und Zug nach vorne auf
ihn ausgeübt. Das gefiell ihm gar nicht und er machte eine Wendung und schwamm stromabwärts. Rute wieder umlegen
und wieder Zug in seine Richtung ausüben. Also eigentlich genau das Gegenteil was man so beim Drill bei der klassischen
Fliegenfischerei "gelernt" hat
und macht.
Nicht lange und der Fisch wird sich gedacht haben "ich lass mich doch nicht gägeln" und machte wieder eine Wendung
in Richtung stromaufwärts und ich ein paar Schritte rückwärts Richtung Ufer. Dieses Spiel hat sich gut und gerne 20mal
wiederholt. Wie ein Hund an der Schleppleine, der checkt, er kann nur hin und her. Und dann schwanden langsam seine
Kräfte und er kam an die Oberfläche (bis jetzt sah ich nur seinen Schatten).  Ein Barbe und was für einer... gut und gerne
geschätzte +70cm !!

Zweite Hitzewelle ! Wie den alleine Keschern ?
Er muss mich bemerkt haben, denn nun folgte eine kraftvolle Flucht weg vom Ufer, schnurgerade Richtung Flußmitte.
Rute schon auf fast 90 Grad hochgestellt und ihn voll in die Kraft der Rute laufen lassen, der volle Druck am Handgelenk,
aber mit der zweiten Hand an der Rute oberhalb vom Griff einen guten Drehpunkt gesucht um die Kraft der Rute noch
besser ausspielen zu können und eine paar
Schritte dem Fisch nach.

Die beschreibenen Szenen (hin und her / zurückgehen / Flucht in die Mitte / nachgehen) wiederholten sich so ca. 10min ,
dann war es soweit.

Dritte Hitzewelle !
Ich konnte in die Line greifen und den Fisch die letzten 2 Meter per Hand mit Fingerspitzengefühl einholen, aber immer
in Erwartung einer neuen Flucht, die sofort mit dem Loslassen der Leine quittiert werden konnte und dirket wieder Gegen-
druck für den Fisch von der Rute aufbauen würde. Aber er lies sich ohne weiteren Widerstand über den Kescher führen,
in den er gerade mal noch rein passte.

 

Vierte Hitzewellle !
Geschafft, mein erster wirklich große Barbe auf einer Tenkara Rute. Langsam und ruhig, wie ein König schwamm er in
seine Freiheit zurück.

Fünfte Hitzewelle !
Die Freiheit geben ist genauso schön wie der Fang und der Drill.

Durchatmen, Vorfach auf ein 0,20er getauscht und die Stelle nochmals befischen, denn wo einer steht, stehen mehrere !

Und wirklich, weitere 3 Barben in den etwa gleichen Größen (ich verzichte auf das Abmessen, ein schnelles Foto reicht
allemal) konnte ich über das Netz führen und mich anschliessend freuen, als sie wieder davonzogen.

Fazit:
Adrenalin pur - aber mit etwas Geschick, Erfahrung, Geduld und dem passenden SetUp funzen auch solche Fische an der
Tenkara Rute - und never ever ist sowas geeingte für Tenkara-Beginner !


3 Kommentare
Durchschnittliche Bewertung: 135.0/5
Bernhard
2018-08-19 17:00:58
Hallo Gilbert !

Danke für deinen Hinweis betreffend Handgelenksschmerzen.
Hab dazu einen neuen Beitrag im BLOG geschrieben !

LG
Bernhard
Gilbert
2018-08-19 09:41:18
Auch in der Schweiz fange ich Barben an der Tenkara.
Auch bei mir sind Handgelenkschmerzen inbegriffen.
Wenn aber so ein schönes Tier im Kescher landet, wird viel Adrenalin freigesetzt, ein Jauchzer inbegriffen.
Die Ruten kommen aber bald ans Limit.
Geil ist es trotzdem.
Petri Heil
Gilbert
Timm
2018-04-21 09:31:52
Sehr beeindruckend und klingt nach ner Menge Spaß!

HILFE / SUPPORT
Vortrag
Created by Bernhard "Tenkarix" Niedermar / © Tenkara Austria 2014-2018. All rights reserved.
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