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BIEGEKURVE der Rute im Drill

Tenkara AUSTRIA
Herausgegeben von in Technik & Taktik (am Wasser) ·
Tenkara Ruten erscheinen auf den ersten Blick absolut filigran, vorallem wenn man die Spitzenteile betrachtet. Und solche Ruten
sollen dann größere, kampfstarke Fische ohne Rolle und ohne Backing auf der Rolle erfolgreich drillen und sicher über den
Kescher führen ?

Nein, das geht nicht  - auf gar keinen Fall, ist die erste Reaktion, die ich meist zu hören bekomme.

Grundsätzlich ist dieser Gedanke verständlich und nachvollziehbar, aber in diesen modernen Ruten steckt mehr Kraft und
Flexibilität, als auf den ersten Blick sichtbar, bzw. erkennbar.

Um diese beiden Eigenschaften wirklich auszureizen und so ein wirksames Werkzeug beim Drill im wahrsten Sinne des Wortes
"in der Hand zu haben", sind ein paar Grundregeln / Beobachtungspunkte zu beachten, die sich vorallem auf die BIEGEKURVE der
Rute beziehen.

Daraus resultiert die Frage:
Welche BIEGEKURVE ist optimal für einen erfolgreichen Drill und was passiert, wenn sie nicht optimal ist?

Aus der normalen Fliegenfischerei kennen wir beim Drill eines größeren Fisches meist (!) folgende Reaktion:
Die Rute wird relativ flach gehalten, die Bremse entsprechend geöffnet und der Fische zieht ab und nimmt Leine mit.
Beim Tenkara-Fliegenfischen, haben wir aber weder Rolle, noch Bemse und schon gar keine Leine, die der Fisch mitnehmen
kann.


VARIANTE 1
Wird die Tenkara Rute in dieser Situation zu flach gehalten - siehe Beispielgraphik - kommt es zur folgenden Situation:
                                                     
Die Rute kann ihre „Kraft“ nicht ausspielen.
Die volle Kraft des Fisches geht nur in die Längsrichtung der Rute und belastet die Teleskopverbindungen.

Folge daraus:
  • Schnurbruch (Vorfach)
  • Rutenbruch (vorallem bei großen Fischen)
  • Telekopverbindungen können eventuell ausreißen (vorallem bei großen Fischen)
  • die Rute lässt sich nur extrem schwer wieder zusammenschieben


VARIANTE 2
Wird die Tenkara Rute in dieser Situation zu steil gehalten - siehe Beispielgraphik - kommt es zur folgenden Situation:
  

Die Rute kann ihre „Kraft“ – vorallem in den unteren und entscheidenden Segmenten - nicht ausspielen.
Spitzensegemente werden übermäßig belastet.

Folge daraus:
Obersten Segmente (Spitzenteile) brechen unweigerlich.


VARIANTE 3
Wird die Tenkara-Rute in eine optimale Biegekurve-Position gebracht - siehe die beiden Beispielbilder - so entfaltet die Rute ihr komplette
Kraft. Mit einer optimalen Belastungsverteilung, beginnend von den untersten Segmenten bis hinauf in die Spitzenteile.





Es gilt daher, die Rute zwischen max. 10 und max. 12 Uhr beim Drill zu positionieren um die volle Kraft auszuschöpfen.
Verändert sich der Rutenwinkel über diese „Sweet Spots“ hinaus, so gilt es dem Fisch nachzugehen oder auch vom Fisch
weg zu
gehen, um wieder die Kontrolle im Drill zu bekommen.

Tipp zum Abschluss:
Halte die Rute nicht immer senkrecht, sondern neige (kippe) die Rute im Drill auch in die Waagrechte, bis hinunter auf
14 Uhr bis 15 Uhr.








1 Kommentar
Durchschnittliche Bewertung: 110.0/5
Roland Klatt
2020-04-09 11:49:42
Hallo

habe vor Jahren als Anfänger mit der Tenkara Rute einen Bruch der Spitze erleben müssen. Als Anfänger hielt ich die Rute wie eine Fliegenfischer Rute mit Rolle. An der Möll eine 50er Äsche und die Rute seitwärts gehalten, bis ans Ufer konnte man das brechen der Spitze hören. Leider war der Fisch weg und auch meine Honoruy defekt. Aber Dank einer Lebenslangen Garantie wurde die Rute ersetzt. Da dies am Ende der
Saison geschah, kam die Rute rechtzeitig aus den USA retour für die neue Saison. Bis heute ist dieser Fehler in irgendeiner Gehirn Ecke abgespeichert. Allen Tenkara Enthusiasten Petri Heil. P.S. Toller Artikel


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